HOSPITALITER KOMTHUREY HERRENSTRUNDEN 

Darstellung der Hospitaliter im 13. Jahrhundert 



                                                    Der Orden

Wer waren die Hospitaliter?

Die Hospitaliter waren sozusagen die „Sanitäter“ des Mittelalters. Ihre Aufgabe war die Krankenpflege und der Schutz der Pilger. Ihr Leitsatz war: 
„Fidei defensor et obsequium pauperum“ (Verteidigung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen).

Wie entstand der Hospitaliter Orden?

Die Anfänge des Ritterordens der Hospitaliter sind an das Spital des Heiligen Johannes in Jerusalem geknüpft. Dieses war Mitte des 11. Jahrhunderts (noch vor dem ersten Kreuzzug) von Kaufleuten aus Amalfi gegründet worden und war zur Betreuung armer und kranker Pilger bestimmt.
Als aber im Jahre 1099 im Rahmen des erste Kreuzzuges Jerusalem in die Hände der Christen fiel, wurde die Stadt plötzlich von bewaffneten Scharen statt von Pilgern überschwemmt. 
Das kleine Spital war dem Andrang der Kranken und Verwundeten gar nicht gewachsen. Es musste erweitert und neu geordnet werden. Diese Aufgabe führte der selige Bruder Gerhard durch, der als Gründer des Ordens angesehen wird.
Auch in Spanien fasste die junge Gemeinschaft der Hospitaliter schon bald nach der Wende vom 11. zum 12. Jahrhundert Fuß. Als der Ritter Raimond de Puy seiner Gemeinschaft schließlich um 1130 eine Regel gab, durch welche sie sich endgültig in einen eigenständigen Orden verwandelte, geschah dies auf der Grundlage der so genannten Regel Augustins:
Die Regel verpflichtete die Brüder zu den alten mönchischen Gelübden der Reinheit, des Gehorsams und der Armut und bestimmte als ihre einzige Aufgabe, mit allen Kräften den seignors malades (den Herren Kranken) zu dienen. Vom Kriegsdienst fällt dabei kein Wort.

Waren die Hospitaliter Kreuzzügler?

Nein. Die Regeln des Ordens verbieten es ihren Mitgliedern sogar explizit, am Kreuzzug aktiv teilzunehmen. 
Da das Heilige Land aber häufig von seinen früheren islamischen Herren in kriegerischen Einfällen heimgesucht wurde, entstand die Notwendigkeit sich zu bewaffnen und sich und seine Schutzbefohlenen nach besten Kräften zu verteidigen. 
Ende des 12. Jh. sprach Papst Alexander III. den Hospitalitern sogar ausdrücklich das Recht zu, dass sie neben ihrer Hauptaufgabe - der Krankenpflege - in Fällen der Verteidigung und des allgemeinen Aufgebots zu den Waffen greifen dürfen.
Daher galt der Hospitaliter-Orden als militärischer Orden.

Gibt es den Orden heute noch?

Ja. Der Hospitaliter-Orden ist der einzige militärische Orden, der das Mittelalter „überlebt“ hat. Allerdings ist er heute nicht mehr unter diesem Namen bekannt, da er sich in einen protestantischen Teil (Die Johanniter) und einen katholischen Teil (Die Malteser) aufgespalten hat. Diese widmen sich noch heute der Krankenpflege unter dem Motto: 
„Tuitio fidei et obsequium pauperum“ (Bezeugung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen)

   

An dieser Stelle bedanken wir uns für die Hilfe, Unterstützung und Erlaubnis zur Veröffentlichung einzelner Passagen bei 

PAX CRUCIS e. V.