HOSPITALITER KOMTHUREY HERRENSTRUNDEN 

Darstellung der Hospitaliter im 13. Jahrhundert 



 Anfänge des Hospizwesens

und Beginn der Missionsarbeit in England unter Papst Gregor I.

Gregor der Große (Gregorius, Papst Gregor I.; * um 540 in Rom; † 12. März 604) war von 590 bis 604 Papst. Er gilt als einer der bedeutendsten Päpste und ist der jüngste der vier großen lateinischen Kirchenväter der Spätantike. 

Er war von der Mönchsregel des Benedikt von Nursia derart beeindruckt, dass er sie für die gesamte Kirche als verbindlich erklärte und selbst auch dem benediktinischen Lebensstil folgte.

Aus der Zeit der Verfolgungen der christlichen Kirche kamen Pilger nach Jerusalem, um den Ort zu besuchen, der durch das Leben und den Tod des Erlösers einzigartig geheiligt wurde. Um die fromme Menge zu schützen gab es ein lateinisches Hospiz in der Stadt, gegründet 603 von Papst Gregor I. Es wird vermutet, dass es sich hier um das spätere Hospiz von John handelte.

Historisch bedeutend war auch seine Entscheidung, Missionare nach Britannien zu entsenden, womit er die Konversion des angelsächsischen Königs Æthelberht von Kent zum Christentum herbeiführte. Damit wurde der Grundstein für ein neues gesamtabendländisches Kirchenbewusstsein gelegt, mit dem römischen Papsttum an der Spitze.

Hier wurde die Grundlage für die weitere Missionsarbeit im Norden geschaffen.

Nordenglische Mönche - unter ihnen ein gewisser Wilbrod - starteten um 700 mit ihrer Missionierung von England aus.

Einer der bedeuteten Benediktiner Mönche war Ansgar (ca. 801 - 865). Im gelang es die erste dänische Kirche in Haithabu zu errichten.

Die Hospitaliter in Schottland und England

  Erste Spuren des Ordens findet man in dem Ort Torphichen in der Nähe von Edinburgh. Hier wurde dem Orden 1132 vom schottischen König David I. Ländereien überlassen.
Mit dem Bau der Torphichen Preceptory im Jahr 1140 wurde die erste und einzige Komthurey (Preceptory) in Schottland von den Hospitalitern errichtet. In Schottland nannte man die Gemeinschaft allerdings „Johanniter des Ordens des Heiligen Johannes von Jerusalem“.


Zunächst bestanden die Preceptory nur aus einem Kirchengebäude und einzelnen Häusern.
Im 13. Jahrhundert wurden eine Kreuzkirche, mit einem Kirchenschiff, Mittelturm, Querschiff und Chor und eine Reihe von Wohngebäuden und einem Hospital errichtet.
In dem Hospital wurde 1298 Edward Longshanks nach der Schlacht von Falkirk behandelt. Er hatte sich bei einem Sturz von seinem Pferd Verletzungen zugezogen.
Der Master of Torphichen Preceptory (Komtur der Komthurey), Alexander de Welle hatte nicht so viel Glück. Er erlag seinen Verletzungen, welcher er sich in der Schlacht zugezogen hatte.
Die Johanniter kämpften vereinzelt während der Kriege der schottischen Unabhängigkeit zunächst auf der englischen Seite.
Allerdings  zog sich der Orden nach dem Sieg der Schotten bei Bannockburn 1314 zurück.
Während der Herrschaft von Robert the Bruce hielt sich der Johanniterorden aus weiteren kämpferischen Handlungen heraus.
Mit Aufhebung des Templerordens verfügte  Papst Clemens V. mit der Päpstlichen Bulle am 2. Mai 1312 auch in England und Schottland die Übertragung des Besitzes der Templer auf den Johanniterorden.


 Da Schottland  sich gerade im Kriegszustand mit England befand, wurde die Auflösungsverfügung des Templerordens in Schottland nie verkündet.

 

Die Hospitaliter in Irland

Auch in Irland siedelte sich der Orden an. Die Priory of Ireland entstand 1174 in Kilmainham Nähe Dublin. Von hier wurde ein umfangreiches Netzwerk von Hospitälern und Herbergen geknüpft.
Im 13. Jahrhundert gab es auf der Insel bis zu 23 Ordenshäuser. Neben den Hospitälern bewirtschaftete der Orden umfangreiche Ländereien

 

Beginn der Krankenpflege und Ursprung der Hospitaliter

Die organisierte Armen- und Krankenpflege wurde im Jahr 799 durch Karl dem Großen festgelegt. 

Grundsätzlich übertrug er diese Aufgabe den einzelnen Grundherren. Auf dem Land übernahmen Klöster und in den Städten Stifte und Hospitäler diese Aufgaben.

Die Geistlichen die in den Stifts- oder Klosterspitalen die Armen und Kranken betreuten, nannte man Hospitaliter.

Es ist zu vermuten, dass die Grundherren durch die Übertragung dieser Aufgaben und die finanzielle Unterstützung des Ordens zum einen ihrer Verpflichtung und zum anderen sich Vorteile für ihr eigenes Seelenheil versprachen. 

Zahlreiche Schenkungen und Landübertragungen an den Orden untermauern diese Ansicht.

So ist auch nicht verwunderlich, dass auch die Leitung des Hospitals in Jerusalem Mitte des 11. Jahrhunderts dem Hospitaliterorden übertragen wurde.

 

 Geschichte der Hospitaliter

Nördlicher der Grabeskirche wurde 1014 von Kaufleuten aus Amalfi (Italien) die Kirche St. Maria Latina gebaut. 1048 wurden nach Verhandlungen mit dem Kalifen von Ägypten nahe der Kirche ein Hospiz und eine Kapelle von den Kaufleuten errichtet. Die Kapelle wurde dem Hl. Johannes dem Almosengeber geweiht. Eine Laienbruderschaft pflegte hier erschöpfte Pilger und Kranke. In nur kurzer Zeit wurde dieses Hospiz das Hospital des Hl. Johannes genannt. Erkennungszeichen wurde das achtzackige Kreuz von Amalfi. Die Laienbrüder nannte man Hospitaliter oder Johanniter.

Durch Gottfried von Boullion, erster König von dem neu gegründeten Königreich Jerusalem, erhielten die Hospitaliter nach dem ersten Kreuzzug und Eroberung Jerusalems im Jahre 1099 Grundstücke und finanzielle Unterstützung, um das Hospital auszubauen und weitere Leistungen anzubieten. So wurden neben dem Hospitaldienst auch Darlehen an Pilger für die Rückreise gewährt. Nach dem Aus- und Umbau des Hospitals wurde Johannes der Täufer Schutzpatron der Hospitaliter. Direkt neben dem Hospital wurde von den Kreuzzüglern eine neue größere Kirche errichtet, die ebenfalls Johannes dem Täufer gewidmet wurde. Den Kirchendienst übernahmen die geistlichen Brüder der Hospitaliter.

Nach diesem Vorbild wurden an den Pilgerwegen nach Jerusalem weitere Hospize und Kapellen errichtet.

Bruder Gerhard (frz. Gerard) wurde erster Vorsteher der Bruderschaft in Jerusalem. Während seiner Wirkungszeit im Jahr 1113 erhielt die Bruderschaft päpstliche Schutzprivilegien und war damit von Rom anerkannt. Im Jahr 1153 erhielten sie vom Papst offiziell die Anerkennung als eigenständiger Orden mit selbständigen Komthureyen.

Um die Transporte zwischen den Komthureyen und den Hospitälern, die Pilger und Besitztümer zu schützen, wurde ein militärischer Schutz erforderlich. Zu diesem Zweck wurden zunächst Ritter engagiert, welche nicht selten dem Orden beitraten. So entwickelte sich ein Ritterorden, der 1180 neben dem Templerorden eine starke militärische Einheit in Jerusalem wurde.

Neben der Krankenpflege erwirtschaftete der Orden - insbesondere in den westlichen Komthureyen - nicht unerhebliche Erträge, welche den Hospitälern (u. a. in Jerusalem) zu Gute kamen.

Als 1291 das Heilige Land verloren ging, eroberte der Orden in den Jahren 1306 bis 1309 die Insel Rhodos. Hier gründete der Orden einen eigenen Staat und wurde zur Seemacht im Mittelmeerraum. Von Rhodos aus wurde das Osmanische Reich immer wieder empfindlich gestört. Erst 1523 gelang es die Hospitaliter/Johanniter endgültig von Rhodos zu vertreiben bzw. ihre Unternehmungen zu stoppen. 

Kaiser Karl der V. übergab dem Orden 1530 die Insel Malta als Lehen. Auch von Malta aus wurden vom Orden der Hospitaldienst und der Kampf gegen die Ungläubigen weitergeführt. Als eine erneute Vertreibung des Ordens in 1565 durch das Osmanische Reich scheiterte, kehrte Ruhe im Orden ein. Die militärischen Aktivitäten nahmen immer mehr ab und man besann sich auf die ursprüngliche Aufgabe, den Dienst an den „Herren Kranken“.

 

An dieser Stelle bedanken wir uns für die Hilfe, Unterstützung und Erlaubnis zur Veröffentlichung einzelner Passagen bei  PAX CRUCIS e. V., Landesarchiv NRW - Abteilung Rheinland und Daniel Schilling

Recherche fand statt u. a. bei Archive NRW, Erzbistum Köln, Max-Planck-Institut für Geschichte, Archive Bonn, Bergischer Geschichtsverein