HOSPITALITER KOMTHUREY HERRENSTRUNDEN 

Darstellung der Hospitaliter im 13. Jahrhundert 



                                                         Die Komthurey an der Strunde 

 

Geschichte der Hospitaliter in der Zeit vom 11. bis 13. Jahrhundert 
im Bergischen Land

Graf Engelbert I. von Berg gewährte um 1176 dem Hospitaliterorden Asyl im inneren Bereich der Burg an der Wupper. Mit der Übergabe des Patronat über die Burgkapelle wertschätzte er die Verdienste des Ordens in den Bereichen der Krankenpflege und Schutz der Pilger. Auf Burg gründete der Orden ein Hospital im Dienste der Allgemeinheit. Belegt durch zahlreiche Urkunden wird das St. Johannishospital an der Burg bis 1271 genannt. 

Die bergischen Adelsgeschlechter folgten dem Beispiel ihres Landesherrn. Bei Vermächtnissen und Erbteilungen fiel immer etwas auch für den Orden ab. Nicht selten traten ihre Söhne und Töchter dem Orden bei. Zwischen dem Orden und dem weltlichen Ritterstand bestanden freundschaftliche Beziehungen.  
Der Beginn des Ordensbesitzes ist die Übertragung der Kapelle in der Burg um 1176. Hinzu kam die Schenkung Engelberts I. der Kirche im Remscheid und 100 Mark. Weitere Stiftungen kamen durch Graf Adolf III. im Jahre 1217. U. a. Hoefe in der Haddenbach, Höhrath, Konigsspitze und die Mühle in Dürscheid. 

Auch Engelbert II. von Falkenburg Erzbischof von Köln folgte seinem Beispiel. Er schenkte dem St. Johannishospital weitere Güter. Das Gut in Büchel war eine Gebäudeanlage der Herren an der Strunde. 
1270 wird hier die Komthurey in Herrenstrunden von den Hospitalitern gegründet. 

 Die Kommende Herrenstrunden wird 1328 als Ordens-Ballei und damit als Zentralstelle für die Verwaltung der Ordensprovinz vom Orden genutzt. 
Im gleichen Jahr übertrug Petrus von Ungala, Prior von Toulouse und Generalvisitator für Deutschland und Frankreich auf dem Kapitel das Piorat Deutschland zu Trier dem Heinrich von Selbach Kommende und Ballei Herrenstrunden.

  • Urkunde Prior Ungula 1329
    Urkunde Prior Ungula 1329
  • Siegel Prior Ungula
    Siegel Prior Ungula

Selbst der Kölner Domprobst Konrad war dem Orden sehr zugetan und verkaufte dem Orden 1299 den Hof Hochscherf in der Pfarrei Odenthal. 
Immer mehr Schenkungen der Adelingen im Bergischen Land erreichten den Orden. Oft waren es Angehörige gefallener Ritter, die nach dem Tode ihrer Männer und Söhne ihre Ländereien, Höfe und Schenkungen dem Orden zuwandten.

Bald tätigte der Orden auch gezielt eigene Käufe. U. a. Wälder am Ufer der Wupper. Es folgte der Kauf weiterer Höfe in Oberburg, Dürscheid und Wermelskirchen.
Einkünfte wurden in nicht unerheblicher Höhe aus dem gesamten Bergischen Land auch in Form von Abgaben direkt an den Orden erzielt. Zu erwähnen sind u. a. die Kirchspiele Witzhelden, Dhünn, Burscheid, Neukirchen, Dabringhausen, Limmringhausen, Lüdorf, Odenthal, Flittard und Wistorf.
Auch zahlreiche Höfe beteiligten sich an den Abgaben für den Orden. Hier werden die Höfe Grimberg, Flittard, Romberg, Stachelhausen und Mühle zur Dhünn genannt.
Alle Besitztümer und Einnahmen wurden von der Komthurey in Herrenstrunden nahe Gladebag verwaltet. 
Von der Komthurey Herrenstrunden wurden bzw. werden die Unternehmungen des Ordens weltweit unterstützt.


Recherche beim Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland